Thailand ist vorwiegend buddhistisch geprägt. Zum Buddhismus bekennen sich über 90 % der Bevölkerung. Überall im Lande, in jedem Dorf und über die Städte verstreut, bieten sich Tempel (Wat) als friedvolle Oasen an. Von Buddhas Lehren (dhamma) erfährt jedes Kind
bereits in der Grundschule, ein Keim, aus dem sich die buddhistische Ethik der Thais immer neu entfaltet. Die Schüler Buddhas sind heilig und unantastbar. Sie stehen unter dem direktem Schutz des Königs. Jeder gläubige Thai (nur männlich) geht für ein paar Wochen oder Monate in ein Kloster.
 König Rama IV (sehr verehrt) pilgerte 27 Jahre als Mönch durch das Land, aber auch König Rama IX (Bhumipol Adulydej) verbrachte 3 Monate in der
Abgeschiedenheit eines Klosters. Die vier Edlen Wahrheiten des Buddhismus sind: - Im Leiden (dukkha), besteht die Not des Daseins. - Ursache des Leidens ist die Begierde.
- Um die Not, des Leidens, zu überwinden, gilt es, sich der Ursache, der Begierde, zu entledigen. - Zu diesem Ziel führt der achtteilige Pfad. Den Weg weisen moralische Werte und Tugenden, deren Einhaltung meditative Versenkung fördert.
Mönche nehmen Gaben -doch Dank schulden die Spender. Mönche schulden dabei niemandem etwas, auch kein Lächeln oder ein Dank für die Gaben. Die überwiegende Mehrzahl der Spender von Lebensmitteln sind übrigens Frauen, für die Buddha jedoch keine Erleuchtung vorgesehen hat, aber viele gute Taten (Bun) schürt die
Hoffnung auf Seelenfrieden. Kein weibliches Wesen (der Gattung Mensch) darf sich allein mit einem Mönch in einem Raum aufhalten, sie dürfen die Mönche auch nicht Berühren. Auch ist es den Frauen in Thailand verwehrt buddhistische Lehranstalten zu betreten. Sie dürfen bis zu 10 Gelübde ablegen und die Robe einer Nonne tragen. Aber das Allerheiligste, der Tempel (Wat), darf von den weiblichen Thais betreten werden. Abschließend möchte ich noch bemerken, daß es meines Wissens die einzige Weltreligion in
der Geschichte der Menschheit ist, von der aus noch niemals Kriege ausgegangen sind.
(Autor: Albert Eitner) |